Weitere Verschärfung der Düngeverordnung

Weitere Verschärfung der Düngeverordnung

Zur Umsetzung eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs vom Juni 2018 muss die nationale Düngeverordnung erneut angepasst werden.

Dazu erarbeitete eine Länderkommission Vorschläge, bei denen vor allem von Bayern erneuter Diskussionsbedarf für einige gravierende Punkte eingefordert wurde.

Nach dem sog. Nitratgipfel am 6. Juni 2019 haben sich Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) und Bundesumweltministerium (BMU) auf einen Kompromissvorschlag verständigt, der der Länderkommission vorgelegt wird. Dort dominieren in letzter Zeit zunehmend die Ansichten der Umweltseite.

Die rechtliche Umsetzung der DÜV muss innerhalb von 2 Jahren nach dem EuGH Urteil, also bis Mitte 2020 erfolgen. Der Bundesrat muss also einen neuen Gesetzesvorschlag im 1. Quartal 2020 behandeln, sodass eine Umsetzung der momentanen Vorschläge in der Praxis ab 2021 greifen wird. Dies bedeutet eine Einschränkung der Herbstdüngung schon ab 2020.

Was ändert sich voraussichtlich für Landwirte bei uns im Landkreis?

Obwohl es im Landkreis keine roten Gebiete gibt, werden die Auswirkungen auch bei uns vor allem für Landwirte mit Tierhaltung gravierend sein. Die Ausbringung und Aufnahme von organischen Wirtschaftsdünger wird zunehmend unattraktiv, kleinere Betriebe stehen erneut vor einem enormen bürokratischen Mehraufwand.

Die Einhaltung der Richtlinien soll mit einer deutlichen Verschärfung der Bußgelder gesichert werden.

Vor der ersten Düngung ist die Düngebedarfsermittlung (DBE) zu erstellen. Ihr kommt zukünftig eine ganz zentrale Rolle zu.

  • Es wird eine schlagbezogene Aufzeichnungspflicht für alle Düngemaßnahmen innerhalb von 2 Tagen nach der Ausbringung eingeführt !!

  • Zukünftig sollen keine Verluste bei der Gülleausbringung mehr angerechnet werden können, eine Abweichung von den in der DBE geplanten Ausbringmengen (z.B. wegen tatsächlich eintretenden ungünstigen Witterungsauswirkungen etc.) ist maximal bis 10% Zuschlag möglich.
  • Dabei wird für die Gülleausbringung ein 10% höherer Stickstoff- Ausnutzungsgrad eingefordert.
  • Außerdem sollen zukünftig Flächen mit Düngeeinschränkungen (z.B. AUM Flächen) aus der betrieblichen Gesamtfläche für die 170 kg N Obergrenze herausgerechnet werden.
  • Flüssiger Wirtschaftsdünger muss ab 2025 innerhalb 1 Stunde eingearbeitet werden.
  • Die auf Grünland ausgebrachte Wirtschaftsdüngermenge wird auf insgesamt 80 kg Gesamt N begrenzt.
  • Abstandsflächen zu Gewässern werden ausgeweitet.

In roten Gebieten

Landwirte in roten Gebieten müssen zukünftig 8 verpflichtende Maßnahmen erfüllen.

Vor allem die schlagbezogene Berechnung der 170 kg N- Grenze Gebieten, eine betriebsbezogene Reduzierung der N- Düngung um 20%, eine Verlängerung der Sperrfristen und der Wegfall aller Ausnahmen für Betriebe < 35 ha verschärft die Situation für Betriebe in roten Gebieten weiterhin enorm.


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